Emscher Wasserwerker - Flussmanager mit Komik am Kunstwerk der Natur

Der Mann rollt die Augen. Oder schaut er verklärt? Wir wissen es nicht. Sagen wir also: Seine Augen blicken gen Himmel, sein Mund zieht wie zum Ausgleich mit aller Schwerkraft zum Boden. Begeistert wirkt dieser Herold der Arbeit jedenfalls nicht. Wie auch? Sein Job ist harte Arbeit: Die Emscher, den Fluß zwischen Rhein und Ruhr, sauber halten. Und das auf der ganzen Strecke. In der linken Hand, den Finger am Abzug, hält er seine 'Kalaschnikow' - in diesem Mittagspausenfall konkret ein Hochdruckreiniger ohne Schlauch und ohne die ihm sonst innewohnende Was-serkraft?

Die Emschergenossenschaft, von der Künstlerin Ramune Pigagaite im Wortsinn treffend als ein Verbund der "Fluss-manager" tituliert, beschäftigt auf den 84 km Strecke der Emscher Architekten, Bauarbeiter, Elektriker, Ingenieure, Inspekteure, Kanalarbeiter, Laboranten, Schlosser, Schreiner, Wasserbauer und Sachbearbeiter. Sie alle gehören, wie auch der Pressesprecher, zur 'Familie' der Flussmanager. Auch einen Vorstand gibt es natürlich. Doch natürlich ist hier nichts mehr.

Die Porträts dieser Flussmanager in ihrer Arbeitsmontur zeigt eine kaum wasserscheue Ausstellung in Wiesbaden. Wir sehen den Kanalarbeiter und den Laboranten beim Posing. Dabei helfen typische Attribute aus dem Arbeitsalltag der Darsteller diesen bei ihrem Posieren. In die Kamera schauen die zum Porträt stehenden Flussmanager nicht. So wirken die Porträtierten wie stumme Träger ihrer Attribute. Die Komik ist gewollt.

Trägt da also der Schreiner einen für seine Arbeit typischen Holzhammer in seiner Linken - oder hängt nicht der Schreiner sinnbildlich am Holzhammer und wird durch diesen quasi ikonografisch bestimmt? Schauen wir selbst. Die aktuelle Ausstellung der bekannten Fotografin aus Litauen wird jedenfalls mit Grund verlängert und ist dort noch bis zum 16. Mai 2014 bei Kleinschmidt Fine Photograph im Schauraum I zu sehen.

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